HALLOWEEN: "Festa dei Morti", "All Hallow’s Eve" und Kürbis-Carpaccio

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Halloween in ganz Europa verbreitet. Dieses „amerikanische“ Fest hat seinen Ursprung im katholischen Irland, ist jedoch auf heidnische und keltische Bräuche zurückzuführen.

Die nach Amerika ausgewanderten Iren hielten die Tradition des „All Hallow’s Eve“ bei, und nach und nach verbreitete sich das Fest und wurde zu „Halloween“. 

In Italien, vor allem im Süden des Landes, aber auch in Umbrien, feiert man - zur Freude der Kinder - mit der FIERA DEI MORTI, einem Jahrmarkt mit Rummelplatz. Spielwaren und Süssigkeiten dürfen da ebensowenig fehlen, wie warme Wintersocken und Haushaltswaren.

LA FESTA DEI MORTI (das Totenfest) in Sizilien.

Diese Tradition, deren Ursprung auf das X. Jahrhundert zurückzuführen ist, dient dem Gedenken an die Verstorbenen, also dem katholischen „Allerseelen“. In der Nacht vom 1. Zum 2. November bringen die Verstorbenen den Kindern Geschenke ins Haus: Spielzeug und Süsses, vor allem „frutta di Martorana“ und „ossa dei morti“, aber auch Nüsse, getrocknete Feigen und Datteln und Schokolade. In vielen Städten und auch kleineren Orten wird eine Art Jahrmarkt abgehalten, die „Fiera dei Morti“.

FRUTTA MARTORANA aus Sizilien
FRUTTA MARTORANA aus Sizilien

Die FRUTTA di MARTORANA wird aus Mandeln und Zucker hergestellt und imitiert sehr realistisch den Aspekt von Früchten. Die dafür verwendete Masse ist dem Marzipan ähnlich, nur noch süsser und geschmackvoller. Zur Herstellung verwendet man Mandelmehl und Zucker.

Der Name ist auf die Kirche der Santa Maria dell’Ammiraglio, auch Martorana-Kirche in Palermo zurückzuführen, in deren Nähe die Adelige Eloisa Martorana im Jahr 1194 ein Benediktinerkloster gründete, dessen Bewohnerinnen ebendiese Süssigkeiten bis ins XX. Jahrhundert herstellten. Die Legende will, dass die Nonnen die „frutta di Martorana“ herstellten, um das in ihrem Garten gepflückte Obst zu ersetzen und damit ihr Kloster zu schmücken.

Perugia, die Hauptstadt Umbriens, feiert die Fiera dei Morti bereits seit dem XII. Jahrhundert, doch das Fest an sich ist bereits im V. Jahrhundert entstanden, als dort Ostrogoten und Longobarden regierten. Zu Beginn des Keltischen Jahres trafen die Welt der Lebenden und die der Toten zusammen, daher die Bitte der Kinder, die von haus zu Haus gehen und dolcetto o scherzetto rufen (im Englischen: trick and treat).

 

Im Mittelalter verwandelte sich dieses Fest der Spiele in einen Markt für landwirtschaftliche Produkte und Vieh, der oft auch einen Monat dauerte.

Heute wird auf der FIERA DEI MORTI in Perugia Spielzeug genauso angeboten, wie Lebensmittel, Bekleidung, Haushaltswaren und Drogerieartikel. Natürlich gibt es auch viele Spielbuden und Gastronomie jeder Art.

FAVE DEI MORTI aus Sizilien
FAVE DEI MORTI aus Sizilien

Die FAVE DEI MORTI (wörtlich: Bohnen der Toten) sind kleine, runde Kekse aus Mandeln, Zucker, Mehl, Ei, Zimt, Zitronenschale und Grappa.

 

OSSA DEI MORTI (wörtlich: Knochen der Toten) sind Kekse in Form von "Knochen", die aus Mandeln, Zucker, Mehl, Eiweiss, Gewürznelken, Zimt und Marsala hergestellt werden.

 

CARPACCIO vom KÜRBIS: Für Liebhaber von Saurem, aber auch für Vegetarier, ein Tipp. Gelben Kürbis in kleine, dünne Scheiben schneiden und diese auf einem Teller nebeinander auflegen. Pfeffern und mit ausreichend frischem Zitronensaft eine Stunde (gerne auch länger) marinieren lassen. Mit Balsamicoessig und Granatapfelperlen würzen, mit frischen Minzblättern dekorieren. Vor dem Servieren ein wenig Olivenöl extra nativ darauf verteilen. Guten Appetit!