'BELLA DILEMMA': die „germanisierte“ italienische Sprache

Richtig, es ist ein schönes Dilemma, wenn die italienische Sprache ganz selbstverständlich „germanisiert“ wird. Als Titel eines Films, wie der vom ZDF produzierte „Bella Dilemma“ (mit Andrea Sawatzki), ist es ja noch akzeptabel, dass das erforderliche „bello“ mit dem (offensichtlich weiblichen) Namen der Protagonistin ersetzt wird.

 

Was Italiener aber so richtig irritiert, sind die lieben deutsch sprechenden Touristen, die übereifrig ihre Vokabel in Landessprache anbringen wollen. An erster Stelle steht der Milchkaffee, der souverän als „latte matschato“ bestellt wird. Doch wenn „latte macchiato“ (korrekte Aussprache: latte mackiato) am Morgen bestellt wird, so wird die falsche Aussprache des geldbringenden Touristen noch lächelnd akzeptiert. Unverständlich wird es erst, wenn der Urlauber seinen Milchkaffee oder Cappuccino zu Pizza oder Spaghetti bestellt. Da dreht sich dann der feinfühlige Italiener-Magen um.

Dann wäre da noch das Wort „prima“, das zwar laut Duden im Deutschen gar nicht existiert, doch seit Jahrzehnten im deutschen Sprachraum verwendet wird. Etwas (Essen, Haus, Hotel, Auto usw.) ist „prima“, was wohl bedeuten soll, dass es sehr gut, hervorragend ist. Manchmal verwendet die ältere Generation noch den Ausdruck „Prima“, um eine Schulklasse zu bezeichnen, in Üsterreich die erste Oberstufe, in Deutschland die letzten beiden Klassen der Höhern Schule (Unterprima und Oberprima).
Warum wird das Wort „prima“ im Deutschen verwendet? Im Italienischen bedeutet „Prima“, als Substantiv, Erstaufführung (Oper, Theaterstück, Film), der erste Gang (beim Autofahren), aber auch „die Erste“. „Primo“ (weibliche Form: prima) wird aber auch als Adjektiv und Adverb verwendet. Die Bedeutung ist vielfältig, entspricht u.a. vorher, früher, ehemals, einst, vor allem, vorab, davor, vergangen, im Vorfeld und erstens.
Hervorragend, einzigartig, herrlich oder prachtvolle wird mit „magnifico“ (Aussprache: manjifiko) übersetzt. Doch wenn man im Deutschen so viele, schöne Wörter dafür hat, warum wird „prima“ vorgezogen?

 

Last but not least («schon wieder so ein fremdes Wort...») ist da noch der Spinat, der vom deutschsprachigen Touristen „spinattschi“ ausgesprochen wird (Betonung auf den „tt“). Daher findet man dann auch in deutschen Artikeln und Büchern die falsche Schreibweise „spinacci“ (z.B. „Pizza spinacci“). Doch der italienische Spinat ist zart und weich, und nicht nur, wenn man ihn isst. „Gli spinaci“ (Plural) wird „lji spinaaschi“ ausgesprochen, mit Betonung auf dem „aa“. Und daran hätte auch Popeye, der Matrose, seine Freude!