6. Januar: Dreikönigstag? Caspar, Melchior und Balthasar? Nicht in ITALIEN – bei uns ist HEXENTAG!

Vieles ist in Italien anders, als in den deutschsprachigen Ländern. So auch die Bräuche am 6. Januar, Epiphanie genannt, was „Erscheinen des Herrn“ bedeutet. Zwölf Tage nach Weihnachten wird somit die Ankunft der Weisen, der Heiligen Drei Könige, in der Geburtsstätte des Jesuskindes zelebriert. Für die Ostkirchen ist es der Tag der Offenbarung der Hl. Dreifaltigkeit und der Taufe Jesus. In Italien (ausgenommen Südtirol, das ja bekanntlich sehr den deutschsprachigen Gepflogenheiten frönt) wurde aus dem Namen „Epifania“ irgendwie „Befana“, wörtlich übersetzt „Hexe“.
Diese „gute Hexe  fliegt in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar von Haus zu Haus und hinterlässt Geschenke für die Kinder ein einem Strumpf. Das klingt sehr nach dem amerikanischen „Santa Claus“, nicht? In Italien kennen wir auch kein Christkind, sondern den „Babbo Natale“ (Weihnachtsmann), doch der legt die Geschenke vor die Krippe oder unter den Baum und steigt nicht durch den Kamin in die Häuser ein.

Auch den Heiligen Nikolaus und seinen Kompagnon, den „Krampus“ des Ostalpenraums, gibt es nicht. Da übernimmt eben die Befana dessen Aufgaben  - nur einen Monat später. Übrigens: Italienische Kinder erhalten auch Anfang November süße Geschenke, und zwar von den Verstorbenen!

Was bringt die „Befana“ eigentlich, was steckt in den Strümpfen? Natürlich Süßigkeiten und Schokolade, süße Kohle (essbar), Spielzeug und auch Geldscheine. Am 6. Januar gibt es auch spezielle Backwaren, die, je nach Region, zum Anlass gebacken werden. Vor allem im Nordosten Italiens  gibt es „Pinza“, einen brotähnlichen Kuchen mit Rosinen und Nüssen. Im Piemont wird hingegen die „Focaccia della Befana“ gebacken, eine Art Milchbrot aus Hefeteig mit kandierten Orangen. In der Toskana findet man einfache Kekse, die mit Nonpareilles dekoriert werden.


Bevor ich es vergesse, noch eine letzte Kuriosität: Uns Frauen wird hin und wieder am 6. Januar von (schlecht erzogenen und bösartigen) männlichen Bekannten und Freunden gratuliert. Warum? Weil wir eben Hexen sind!